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Loge Pyramidion, Nr. 135

Unter dem Zenit des Nordens (Norddeutschland)


Ein Pyramidion ist die obere Spitze einer ägyptischen Pyramide, ihr Schlussstein. Unsere Loge trägt diesen Namen.

Pyramidion der Pyramide von Amenemhat III.
(Pyramidion der Pyramide von Amenemhat III., Ägyptisches Museum Kairo; Foto: Robert Matthees, 2025.)

Die Loge Pyramidion setzt sich aus aktiven und erfahrenen Freimaurerinnen und Freimaurern aus unterschiedlichen Großlogen zusammen. Was uns eint, ist die Suche nach tiefen Ritualerlebnissen und Perspektiven zusätzlich zu den weiterführenden Graden, die wir sonst noch zelebrieren. Dies verbinden wir mit der Pflege der Tradition der ägyptischen Freimaurerriten, die vornehmlich im 19. Jahrhundert im Lichte von Zauberflöte und Napoleons Ägyptenexpedition entstanden sind.



Geschichte Ägyptischer Systeme

Auch A.F.u.A.M.v.D. und der Schottische Ritus enthalten wesentliche Elemente Ägyptischer Systeme. Eine detaillierte Übersicht zur Entstehung und Symbolgeschichte Ägyptischer Systeme der Freimaurerei ist hier zu finden:



Arbeiten im Memphis-Misraim-Ritus

Bei unseren Treffen zelebrieren wir die Grade des Memphis-Misraim-Ritus. Es finden jährlich an drei bis vier Tagen Arbeiten in Norddeutschland statt und mehrere Online-Gesprächsrunden. Die Gründer der Loge wurden in Frankreich, in den USA und in England in die höchsten Grade des Ritus initiiert, deren Traditionslinien sich bis Br. Giuseppe Garibaldi zurückverfolgen lassen.

In Deutschland brach die Memphis-Misraim-Tradition einst vornehmlich mit dem Tod von Br. Theodor Reuss (1923) ab. Es folgten noch kurze Phasen der weiteren Kommerzialisierung und Entfremdung von der ursprünglichen Ritualtradition (die hohen, weiterführenden Grade scheinen ohnehin nie wirklich in Deutschland bearbeitet worden zu sein). Diesen Phänomenen möchten wir entschieden entgegentreten und bringen die eigentliche Tradition erstmals in unsere Heimat.

Giuseppe Garibaldi, 1875
(Foto mit Signatur von Br. Giuseppe Garibaldi, 1875, Sammlung Br. Robert Matthees.)

Trotz der hohen Gradanzahl (34°-95°) begründet sich darauf keinerlei Vorrecht. Es gibt kein Höher und kein Weiter. Denn freimaurerische Erkenntnisstufen, richtig verstanden, sind immer nur Perspektiven. Und wir selbst stehen in diesem wunderbaren Psychodrama stets im Mittelpunkt.

Durch gemeinschaftliche Erfahrungen fördern wir persönliche Erkenntnis, Harmonie im Herzen und das Hineinwachsen ins Weltganze.

Hinweis: Unsere Arbeiten stehen natürlich Brüdern und Schwestern offen, die in neueren 33°-Systemen der Ägyptischen Riten arbeiten, auch wenn wir die traditionelle Skala nutzen (im demokratischen Ansatz, ohne Hierophanie auf Lebenszeit). Es gilt die Entsprechung der Grade.



Bijou unserer Loge

Bijou der Loge Pyramidion liegt auf Tisch

Das Bijou der Loge Pyramidion zeigt Winkelmaß und Zikel mit dem Symbol des allsehenden Auges über einer Pyramide. Denn das menschliche Auge sieht alles, außer sich selbst. Hierbei handelt es sich somit um ein Symbol der Ganzheit menschlicher Erkenntnis, auch der Erkenntnis ewiger Prinzipien. Für viele ist das allsehende Auge ebenso ein Symbol des Göttlichen.

Zu sehen ist außerdem (von links nach rechts) die Akazie für den Meistergrad (mit neun Blättern).

Das Rosenkreuz steht für den Chevalier Rose Croix (18° AASR).

Die drei Totenkopfe verkörpern ein wesentliches Element aus dem Kadosch-Grad (30° AASR). Einer von ihnen zeigt weniger Details, aufgrund der besonderen Umstände seines Endes.

Bei der Feder handelt es sich um die Feder der Maat, der altägyptischen Göttin für kosmische Harmonie, Wahrheit, Recht und Solidarität (Ordnung). Gegen diese Feder wird das menschliche Herz nach dem Tod gewogen, so die Vorstellung des ägyptischen Totengerichts.

Schließlich folgt das Lebens-Symbol Ankh, oft interpretiert als aufgehende Sonne (Feuer) über dem Horizont (Luft-Erde), darunter der lebensspendende Nil (Wasser). Somit handelt es sich außerdem um eine Verbindung aller Elemente.

Kurz: Dargestellt auf dem Bijou unserer Loge sind zentrale Etappen aus der Vielfalt des freimaurerischen Weges im Memphis-Misraim-Ritus.



Annahme & Mitgliedschaft

Voraussetzung zur Annahme in unserer Loge ist die bereits erfolgte Initiation in einem weiterführenden Gradsystem der Freimaurerei (besonders ab AASR 32°/33° bzw. Äquivalent aus anderem System). Ein vollständig gedecktes Arbeiten, bspw. unter Ordensnamen/Pseudonym in der Mitgliederliste, ist selbstverständlich möglich.

Bei Interesse kannst Du uns gerne schreiben und deine Motivation begründen, um auf die Warteliste zu kommen:

In unserer Loge finden keine Neuaufnahmen in die Freimaurerei statt.




Konstitution & Besuche

Wir arbeiten unter der Konstitution der G.L.M.M.M. International, einer Ausgründung aus der U.G.L.o.E. und den beiden britischen Frauen-Großlogen. Zu unserer Großloge gehören 135 Logen mit circa 2.600 Freimaurerinnen und Freimaurern weltweit. Viele unserer Logen arbeiten nach dem englischen Standardritual (Emulation), aber ebenso einige mit den Craft-Ritualen des Schottischen Ritus, mit dem Lauderdale-Ritual oder auch – wie wir – im Memphis-Misraim-Ritus.

Es bestehen circa 50 Besuchsabkommen zu Großlogen und Obersten Räten weltweit. Die G.L.M.M.M. International ist außerdem Mitglied der International Masonic Union CATENA, der International Federation of Grand Lodges and Grand Orients und der International Confederation of Supreme Councils of the 33rd Degree of the Ancient and Accepted Scottish Rite.

Sollte (noch) kein Besuchsabkommen bestehen: Wir lassen keinen Bruder, keine Schwester im Regen stehen, sofern ihr euch mit Zeichen, Wort und Griff des entsprechenden Grades ausweisen könnt und guten Herzens seid. 🌿🌹🕯️



Unsere rituellen Grade

Die Grade des Memphis-Misraim-Ritus bieten Perspektiven auf das mythologische und philosophische Kulturgut der Menschheit. Viele dieser Grade existierten lange nur theoretisch, d.h. auf dem Papier. In unserer Loge wird ein Großteil dieser Grade erstmals in realis in Deutschland bearbeitet. Dabei bauen wir auf den Graden der Johannislogen (1°-3°) und den Graden des Schottischen Ritus (4°-32°/33°) auf, beschreiten von hier indes einen Weg mit anderer Konnotation, hin zu Einheit, hin zu Frieden, hin zu Reintegration ins Weltganze.

Pyramidenfest (1°)

Im Alten Ägypten wurde die Zeit nicht einfach linear verstanden, sondern hatte eine zyklische, regenerative Qualität. Jeder Tag, besonders jedes Fest, war ein rituelles Wieder-In-Gang-Setzen der Ordnung in der Welt. Das Jahr begann mit dem Einsetzen der Nilflut, die das Land wieder fruchtbar machte und das Leben zurückbrachte. Rituelles Geschehen holte dabei die Ursprungszeit, (altägypt.) zep tepi – die erste Zeit, den Anfang aller Dinge – wieder in die Gegenwart zurück und heilte, heiligte diese.

Das Pyramidenfest ist unser Stiftungsfest, basierend auf dem Memphis-Misraim-Ritual zur Lichteinbringung, das wir zum altägyptischen Jahresanfang feiern. Wir feiern hier im Lichte der soeben skizzierten Symbolik, indem wir eine Linie von der Memphis-Theologie (der erste Mythos einer Schöpfung durch das Wort / den Logos) bis zur griechisch-mystischen Tradition des Johannes-Evangeliums ziehen.

Weiser / Weise der Wahrheit (37°)

  • Thema: Suche nach Gleichgewicht
  • Inhalt: symbolisch-alchemistisch und voll antiker Philosophie
  • Ziel: Die Einheit von Körper und Geist und anderer Polaritäten begreifen

Ritter / Ritterin vom Roten Adler (38°)

  • Thema: Die Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und der Kampf gegen Verfall und Ungerechtigkeit; der rote Adler steht für königliche Würde, Erhebung und Sieg über Unrecht
  • Inhalt: Vergleich der Verwandtschaft alter Mysterienkulte
  • Betonung der Pflicht zur Aufopferung für die Prinzipien der Freiheit und Humanität

Hermetischer Philosoph / Philosophin (43°)

In diesem Grad wird der Aspirant / die Aspirantin ermutigt, die zwölf symbolischen Häuser der Sonne zu durchschreiten. Die Säulen werden als Sinnbilder von Leben und Tod begriffen, in deren Mitte wir unser Schicksal mit Stärke, Mut und Würde erfüllen müssen.

Weiser / Weise des Phönix (54°)

Das Thema der Regeneration wird rituell und poetisch in Szene gesetzt.

Weiser / Weise von Mithras (64°)

Dieser Grad befasst sich mit dem Mithraskult und dessen Symbolwelt.

Großkonsekrator/-in oder Großarchitekt/-in (66°)

Dieser Grad beinhaltet eine tiefe, geistige Weihe. Nur wenige Personen wurden und werden in diesen Grad initiiert, viele überspringen ihn einfach. Brüder und Schwestern in diesem Grad sind bspw. für die Einweihung neuer Logen notwendig und haben eine Sonderstellung innerhalb des Ritus.

Übersetzer/-in der Hieroglypen oder Patriarch / Matriarchin der Isis (76°)

Hierbei handelt es sich um einen Grad voll ägyptischer Symbolik mit Bezug zum Mysterienkult von Isis und Osiris.

Arcana Arcanorum (87°–90°)

Diese vier Grade bilden die so genannte Leiter von Neapel. Sie bilden den initiatischen Höhepunkt und Kern des Ritus — der Abschluss unseres Lehrsystems.

  • 87°: Kosmische Schöpfung, vom Urzustand in die Vielfalt, vom Chaos zur Ordnung, Entfaltung des Makrokosmos (sehr neuplatonistisch, auch kabbalistisch)
  • 88°: Sehnsucht zur Einheit, tiefe Meditation im eigenen Mikrokosmos
  • 89°: die ganze Natur wird als lebendig, beschützend und als Einheit verstanden
  • 90°: Zwillingskräfte Isis und Osiris, Vereinigung von Mikrokosmos und Makrokosmos, der Freimaurer / die Freimaurerin begreift sich als lebendiger Tempel

95° Groß-Konservator/-in

Der Konservator / die Konservatorin soll das Licht und die Tradition der Mysterien für die kommenden Generationen sichern. Es findet eine feierliche Vereidigung im Gedenken an die Märtyrer des Denkens und der Freiheit statt, ganz im Sinne des Credos unseres Ritus: Friede den Menschen! Friede allen Wesen! Und: Einweihung ist kein Vorrecht, sondern Vermächtnis.



Unsere Überzeugung

Unsere Loge zelebriert die vereinigten Riten der Ägyptischen Freimaurereien in der alten, nicht-reduzierten Grad-Skala. Wir verbinden sie dabei mit Erkenntnissen aus der neueren Ägyptologie und der Mysterienforschung (bspw. die Einsichten von Jan Assmann), um den Zugriff auf Teile der Symbolik zu erleichtern. Dabei achten wir auf die Bewahrung vieler, usrpünglicher Kernelemente, die in anderen Traditionslinien teils verlorengegangen sind.

Wir arbeiten in einem völlig demokratischen Ansatz ohne Hierophanie auf Lebenszeit. In der Verwaltung nutzen wir lediglich den 95° als symbolische Bewahrerinnen und Bewahrer der Lehre.

Die Werte der Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit sind für all unsere Arbeiten zentral und wesentlich.

Bijou der Loge Pyramidion, Ölgemädlde



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