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Memphis-Misraim Loge Pyramidion, Nr. 135

Unter dem Zenit des Nordens (Norddeutschland)


Ein Pyramidion ist die obere Spitze einer ägyptischen Pyramide, ihr Schlussstein. Unsere Loge trägt diesen Namen.

Pyramidion der Pyramide von Amenemhat III.
(Pyramidion der Pyramide von Amenemhat III., Ägyptisches Museum Kairo; Foto: Robert Matthees, 2025.)

Die Loge Pyramidion setzt sich aus aktiven und erfahrenen Freimaurerinnen und Freimaurern aus unterschiedlichen Großlogen zusammen. Was uns eint, ist die Suche nach tiefen Ritualerlebnissen und Perspektiven zusätzlich zu den weiterführenden Graden, die wir sonst noch zelebrieren. Dies verbinden wir mit der Pflege der Tradition der ägyptischen Freimaurerriten, die vornehmlich im 19. Jahrhundert im Lichte von Zauberflöte und Napoleons Ägyptenexpedition entstanden sind.


Navigation:

1. Memphis-Misraim in Deutschland
2. Geschichte Ägyptischer Systeme
3. Bijou unserer Loge
4. Annahme & Mitgliedschaft
5. Konstitution & Besuche
6. Lehrsystem und Grade
7. Unsere Überzeugung




Memphis-Misraim in Deutschland

Bei unseren Treffen zelebrieren wir die Grade des Memphis-Misraim-Ritus. Es finden jährlich an vier bis fünf Tagen Arbeiten in Norddeutschland statt. Die Gründer der Loge wurden in Frankreich, in den USA und in England in die höchsten Grade des Ritus initiiert, deren Traditionslinien sich bis Br. Giuseppe Garibaldi zurückverfolgen lassen.

In Deutschland konnte Memphis-Misraim bislang nie wirklich Fuß fassen. Zwar erhielt Br. Theodor Reuß 1901 ein Patent für das Deutsche Reich. Es folgten jedoch lediglich kurze Phasen der Kommerzialisierung und Entfremdung von der ursprünglichen Ritualtradition. Auch bei Versuchen der Anknüpfung nach dem 2. Weltkrieg scheinen die weiterführenden Memphis-Misraim Grade nie wirklich bearbeitet worden zu sein (siehe Geschichte). Diesen Phänomenen möchten wir entschieden entgegentreten und bringen die eigentliche Tradition erstmals in unsere Heimat.

Giuseppe Garibaldi, 1875
(Foto mit Signatur von Br. Giuseppe Garibaldi, 1875, Sammlung Br. Robert Matthees.)

Trotz der hohen Gradanzahl begründet sich darauf keinerlei Vorrecht. Es gibt kein Höher und kein Weiter. Denn freimaurerische Erkenntnisstufen, richtig verstanden, sind immer nur Perspektiven. Und wir selbst stehen in diesem wunderbaren Psychodrama stets im Mittelpunkt.

Durch gemeinschaftliche Erfahrungen fördern wir persönliche Erkenntnis, Harmonie im Herzen und das Hineinwachsen ins Weltganze. Wir zelebrieren dabei eine initiatische Freimaurerei, das heißt eine Freimaurerei im Stil alter Mysterienschulen — weniger die sonst Verbreitete reformation of manners als bloße Einübungsethik.




Geschichte Ägyptischer Systeme

Auch A.F.u.A.M.v.D. und der Schottische Ritus enthalten wesentliche Elemente Ägyptischer Systeme. Eine detaillierte Übersicht zur Entstehung und Symbolgeschichte Ägyptischer Systeme der Freimaurerei ist hier zu finden, inkl. der philosophischen Grundlagen und einer Einführung in die ägyptische Mythologie:




Bijou unserer Loge

Bijou der Loge Pyramidion liegt auf Tisch

Das Bijou der Loge Pyramidion zeigt Winkelmaß und Zikel mit dem Symbol des allsehenden Auges über einer Pyramide. Denn das menschliche Auge sieht alles, außer sich selbst. Hierbei handelt es sich somit um ein Symbol der Ganzheit menschlicher Erkenntnis, auch der Erkenntnis ewiger Prinzipien. Für viele ist das allsehende Auge ebenso ein Symbol des Göttlichen.

Zu sehen ist außerdem (von links nach rechts) die Akazie für den Meistergrad (mit neun Blättern).

Das Rosenkreuz steht für den Chevalier Rose Croix (18° A.A.S.R.).

Die drei Totenkopfe verkörpern ein wesentliches Element aus dem Kadosch-Grad (30° A.A.S.R.). Einer von ihnen zeigt weniger Details, aufgrund der besonderen Umstände seines Endes.

Bei der Feder handelt es sich um die Feder der Maat, der altägyptischen Göttin für kosmische Harmonie, Wahrheit, Recht und Solidarität (Ordnung). Gegen diese Feder wird das menschliche Herz nach dem Tod gewogen, so die Vorstellung des ägyptischen Totengerichts.

Schließlich folgt das Lebens-Symbol Ankh, oft interpretiert als aufgehende Sonne (Feuer) über dem Horizont (Luft-Erde), darunter der lebensspendende Nil (Wasser). Somit handelt es sich außerdem um eine Verbindung aller Elemente.

Kurz: Dargestellt auf dem Bijou unserer Loge sind zentrale Etappen aus der Vielfalt des freimaurerischen Weges im Memphis-Misraim-Ritus.




Annahme & Mitgliedschaft

Wichtig: In unserer Loge finden keine Neuaufnahmen in die Freimaurerei statt.

Bitte außerdem beachten: Wir sind eine Freimaurerloge, die alle Menschen unabhängig ihres Geschlechtes, Alters, ihrer Herkunft oder Religion willkommen heißt, womit Großlogen der Mainstream-Freimaurerei oft noch ihre Probleme haben (gemischtgeschlechtliche Arbeiten). Bedenkt also die entsprechenden Regularien eurer Großlogen.

Bei Interesse kannst Du uns gerne schreiben und deine Motivation begründen, um auf die Warteliste zu kommen:




Konstitution & Besuche

Wir arbeiten unter der Konstitution der G.L.M.M.M. International, einer Ausgründung aus der U.G.L.o.E. und den beiden britischen Frauen-Großlogen. Zu unserer Großloge gehören 137 Logen mit circa 3.000 Freimaurerinnen und Freimaurern weltweit (Stand 02/2026). Viele unserer Logen arbeiten nach dem englischen Standardritual (Emulation), aber ebenso einige mit den Craft-Ritualen des Schottischen Ritus, mit dem Lauderdale-Ritual oder auch – wie wir – im Memphis-Misraim-Ritus.

Es bestehen circa 50 Besuchsabkommen zu Großlogen und Obersten Räten weltweit. Die G.L.M.M.M. International ist außerdem Mitglied der International Federation of Grand Lodges and Grand Orients und der International Confederation of Supreme Councils of the 33rd Degree of the Ancient and Accepted Scottish Rite.

Sollte (noch) kein Besuchsabkommen bestehen: Wir lassen keinen Bruder, keine Schwester im Regen stehen, sofern ihr euch mit Zeichen, Wort und Griff des entsprechenden Grades ausweisen könnt und guten Herzens seid. 🌿🌹🕯️




Lehrsystem und Grade

Das Lehrsystem im Memphis-Misraim-Ritus

Die Grade des Memphis-Misraim-Ritus bieten Perspektiven auf das mythologische und philosophische Kulturgut der Menschheit. Viele dieser Grade existierten lange nur theoretisch, d.h. auf dem Papier. In unserer Loge wird ein Großteil dieser Grade erstmals in realis in Deutschland bearbeitet. Dabei bauen wir auf den Graden der Johannislogen (1°-3°) und den Graden des Schottischen Ritus (4°-32°/33°) auf, beschreiten indes einen Weg mit anderer Konnotation, hin zu Einheit, hin zu Frieden, hin zu Reintegration ins Weltganze.

Das Lehrsystem des Alten und Ursprünglichen Ritus von Memphis und Misraim umfasst die Grade 1-90. Darüber hinaus gibt es noch die Grade 91-95 der Ordensleitung. Die Grade 96 und 97 sind kein Teil demokratischer, nicht-imperialer Traditionslinien, da sie einer Ordensleitung ad vitam entsprechen. Sie können jedoch auch hier als Ehrengrade verliehen werden.

Es existiert daneben ein reduziertes Memphis-Misraim System mit 33 Graden (entstanden 1862 durch die Fusionsvereinbarung zwischen dem Grand Orient de France und Br. Marconis de Nègre). Diese 33 Grade stellen auch für uns den Kern des Initiationsweges in Memphis-Misraim dar. Im 33er-System werden heute jedoch vielerorts nahezu alle wesentlichen Grade lediglich per Kommunikation erteilt.


Unsere Arbeitsweise

Wir indes überspringen keine Grade des Kern-Initiationsweges der 33 Grade, sondern vereinen alle wesentlichen symbolischen Inhalte in Kombinationsarbeiten — bspw. die Grade der Perfektionsloge. Außerdem bearbeiten wir alle vier Grade des Arcana Arcanorums, der Leiter von Neapel — dem initiatischen Kernstück und Höhepunkt unseres Ordens.

Neben reinen Memphis-Misraim-Inhalten fügen wir Elemente aus verwandten Sukzessionslinien in unsere Arbeiten ein, so dass diese im Orden fortbestehen (bspw. aus der Gnostik oder den Rose+Croix d'Orient). Hierdurch entsteht eine eigene, unverwechselbare Identität. Details dazu sind weiter unten zu finden.

Zwischengrade aus dem nicht-reduzierten System können als Seitengrade zusätzlich zum Kern-Initiationsweg bearbeitet werden (bspw. 34° Ritter von Skandinavien, 53° Ritter des Phönix, 62° Weiser von Eleusis oder 64° Weiser von Mithras).

In dieser Reform und Rekonstruktion der Grade hin zu Kombinationsarbeiten fühlen wir uns besonders unseren Brüdern und Schwestern in Griechenland verbunden.

Wir freuen uns über das Interesse an dieser neuen Arbeitsweise aus aller Welt!


Schottischer Ritus & Memphis-Misraim

Unsere Memphis-Misraim-Grade unterscheiden sich deutlich von denen des A.A.S.R.. Dies liegt besonders an der soeben skizzierten Arbeitsweise. Jedoch ist bis zu einem bestimmten Punkt eine inhaltlich-strukturelle Übereinstimmung vorhanden. Es besteht hierdurch keinerlei Konkurrenzverhältnis, vielmehr die Möglichkeit einer gegenseitigen Perspektiv-Anreicherung. Somit sind Besuche und Doppelmitgliedschaften möglich. Menschen, die in beiden Systemen arbeiten, müssen dabei nicht einmal zwingend in beiden Systemen auf der gleichen Stufe stehen, aufgrund der Vielfalt der Systeme.

Die Arbeiten der Perfektionsloge (ab A.A.S.R. 14°), des Kapitels (ab A.A.S.R. 18°), des Senats (ab A.A.S.R. 30°) und des Areopags & Konsistoriums (ab A.A.S.R. 33°) können von Brüdern und Schwestern des A.A.S.R. besucht werden. Für Brüder und Schwestern aus anderen weiterführenden Systemen gilt die jeweilige Gradentsprechung zum A.A.S.R.. (Wir bitten jedoch zu entschuldigen, dass wir nicht alle Besuchsanfragen erfüllen können. Dies ist der Vielzahl an Anfragen geschuldet und unserer Warteliste für Neuaufnahmen/-annahmen.)


Unsere rituellen Grade

Im Folgenden sind unsere rituell bearbeiteten Grade des Kern-Initiationsweges gelistet. Sie zeichnen sich durch eine durchgehende Storyline aus. Joseph Campbell würde hierfür vermutlich den Begriff der mythologischen Heldenreise verwenden. Bei der Angabe einer doppelten Grad-Nummerierung handelt es sich bei der ersten Zahl um die Position im reduzierten Memphis-Misraim-System und bei der zweiten Zahl um die Position im traditionellen Ritus. Durch Fettdruck hervorgehobene Grade zeigen an, auf welchen Inhalten der Fokus in der jeweiligen Kombinationsarbeit liegt.


Pyramidenfest

Im Alten Ägypten wurde die Zeit nicht einfach linear verstanden, sondern hatte eine zyklische, regenerative Qualität. Jeder Tag, besonders jedes Fest, war ein rituelles Wieder-In-Gang-Setzen der Ordnung in der Welt. Rituelles Geschehen holte dabei die Ursprungszeit, (altägypt.) zep tepi – die erste Zeit, den Anfang aller Dinge – wieder in die Gegenwart zurück und heilte, heiligte diese.

Das Pyramidenfest ist unser Stiftungsfest, basierend auf dem Memphis-Misraim-Ritual zur Lichteinbringung. Wir feiern hier im Lichte der soeben skizzierten Symbolik, indem wir eine Linie von der Memphis-Theologie (der erste Mythos einer Schöpfung durch das Wort / den Logos) bis zur griechisch-mystischen Tradition des Johannes-Evangeliums ziehen.


Johannis-Freimaurerei

Freimaurer / Freimaurerin (keine Einweihung in Pyramidion)
  • 1° Lehrling
  • 2° Geselle
  • 3° Meister

Perfektionsloge

1. Kombinationsarbeit im weiterführenden System von Memphis-Misraim

Dieser Grad verbindet die Inhalte der Perfektionsloge in einer mythopoetischen Erfahrung. Im Bestreben Verlorenes wiederzuentdecken und durch Purifikation und Perfektion des Kubus wird der Freimaurer / die Freimaurerin zum Mysten / zur Mystin des Tempels.

  • 4° Geheimer Meister
  • 5° Vollkommener Meister
  • 6°/13° Ritter des Königlichen Bogens (Royal Arch)
  • 7°/14° Auserwählter des heiligen Gewölbes
  • Ebenso eine Interpretation der zerbrochenen Säulen aus dem Umfeld des alten Schottenmeister-Grades aus Deutschland

Myste des Tempels | Andreaskreuz | zerbrochene Säulen


Kapitel

2. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Der Myste / die Mystin wird Teil einer alten Rosenkreuzer-Linie. Diese Arbeit markiert den Übergang von der Mythologie des Alten Testaments ins Neue Testament und den Beginn einer geistigen Ritterschaft. Das Erlebnis von Einheit in einer scheinbar zerklüfteten Welt steht im Mittelpunkt.

  • 8°/15° Ritter vom Osten und vom Schwert
  • 9°/16° Ritter von Jerusalem
  • 10°/17° Ritter von Osten und Westen
  • 11°/18° Ritter vom Rosenkreuz
  • Zusätzlich Elemente des Rose+Croix d'Orient (eine alte Rosenkreuzer-Linie, in deren Sukzessions-Umfeld wir uns bewegen)
  • Ebenso eine versteckte Weihe zum Gnostischen Diakon

Kubus und Rosenkreuz


Senat

3. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Der Rosenkreuzer / die Rosenkreuzerin hört von einem neuen Orden im Heiligen Land. Auf der Suche nach Wissen und Erkenntnis wird er zum Ritter / wird sie zur Ritterin des Tempels. Die Einweihung wird begleitet durch Lehren der Gnostik (Nag Hammadi Papyri).

  • 12°/38° Ritter des Roten Adlers
  • 13°/20° Ritter des Tempels
  • 14°/23° Ritter Tabernakels
  • 15°/25° Ritter der Schlange
  • Kombiniert mit einer symbolischen Weihe zum Gnostischen Priester des Tempels

Ritter des Tempels und gnostischer Priester


Areopag & Konsistorium

4. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Der Orden des Tempels wird zerschlagen, die Ritter und Ritterinnen des Tempels werden zu Kadosch. Verborgene Tiefen der Symbolik offenbaren sich (althebräischer Atbash-Chiffre). Es erfolgt ein Bekenntnis zum Kampf gegen Tyrannei und Despotismus, zum Dienst an der Menschheit.

  • 16°/30° Ritter Kadosch
  • 17°/32° Ritter des Königlichen Geheimnisses
  • 18°/33° General-Großinspektor (bis zum 30° besteht eine Entsprechung zum A.A.S.R., der Kombinationgrad enthält darüber hinaus noch Elemente aus dem ursprünglichen 32° und dem 33°; diese beiden A.A.S.R.-Grade gelten hierdurch jedoch nicht als direkt erteilt, da wir nur kleine Teile der ursprünlgichen Inhalte nutzen; der Fokus der Arbeit liegt deutlich auf einer tiefen Interpretation des Kadosch; wesentliche Kenntnisse aus dem 32° und 33° sind jedoch wichtig für die Schaffung einer durchgehenden Arbeitsmöglichkeit bis zum 95° innerhalb von Memphis-Misraim; im 30° endet traditionell das Lehrsystem des A.A.S.R., auch wenn seit den Reformen von Br. Albert Pike in einigen Obersten Räten bis zum 32° gearbeitet wird — ab hier beginnt indes der eigentliche Weg im Ägyptischen Ritus)

Ritter Kadosch


Hohe Schule der Ägyptischen Mysterien

5. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Nach der Zerschlagung des Ordens finden die Kadosch in Ägypten Zuflucht. Dort erfahren sie weitere Einweihungen, unter anderem in Form der Lehren von Hermes Trismegistos (bspw. die Tabula Smaragdina aus dem 6.-8. Jahrhundert). Die Kadosch werden zu Hermetischen Philosophen.

  • 19°/37° Weiser der Wahrheit
  • 20°/43° Hermetischer Philosoph

Hermetischer Philosoph


6. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

In Ägypten werden die einstigen Bischöfe des Tempels auf die Hermetischen Philosophen aufmerksam. Auch sie haben die Zerschlagung des Ordens im Land des Nils überdauert. Die Bischöfe laden die Philosophen zur Konsekration in ihren Tempel ein (eine Vertiefung der Gnostik aus der 3. Kombinationsarbeit). Heilung, Weihe und die Fähigkeit für eine gerechte, verbindende, initiatische Rede bilden den Kern dieser Kombinationsarbeit — Konsekration und Eulogie.

  • 21°/65° Groß-Installator
  • 22°/66° Groß-Konsekrator
  • 23°/67° Groß-Eulogist
  • Verbunden mit einer symbolischen Weihe zum Gnostischen Bischof des Tempels

Groß-Konsekrator und gnostischer Bischof


7. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Derart geweiht, bereisen sie nun einen anderen Teil der Welt, um ihre Philosophie und Kenntnisse zu erweitern. Hierbei erfolgt die Begegnung mit den indischen Veden und dem Kaschmirischen Shivaismus. Der Weg führt somit vom strengen Dualismus der Gnostik (Materie & Welt als Zustand des Gefallenen) hinein in die transzendente Einheitserfahrung der Veden (Bewusstsein des Absoluten hinter dem Schleier der Welt), schließlich in die lebensbejahende Spiritualität des Shivaismus (Wiederheiligung der Welt). In diesen drei Schritten entfaltet sich nahezu der gesamte Perspektivenreichtum, mit dem Menschen seit jeher der Erfahrung ihrer Leiblichkeit und Existenz begegnen (Dualismus, Transzendenz, Immanenz). Eine derartige Vielfalt baut Brücken und ergänzt sich, sie inspiriert und eröffnet Möglichkeiten. Denn Optionen im Handeln, Denken und Fühlen bedeuten Freiheit im Leben. Weitere Perspektiven — wie bspw. die Mysterien von Eleusis oder der Mithras-Kult — können zusätzlich in Seitengraden erlebt werden.

  • 24°/68° Patriarch der Wahrheit
  • 25°/70° Patriarch der Himmlischen Sphären
  • 26°/71° Patriarch der Heiligen Veden (mit Fokus auf die Vedanta nach Br. Swami Vivekananda)
  • Zusätzlich liegt der Kaschmirische Shivaismus in direkter Sukzession bei uns im Ritus

Patriarch der Wahrheit und der Veden


8. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Nach der Reise gilt der Patriarch / die Matriarchin nicht mehr als Fremder oder Fremde in Ägypten, vielmehr als geachteter Kosmopolit, als geachtete Kosmopolitin. Es folgt eine Einweihung in die ursprünglichen ägyptischen Mysterien. Im Zentrum stehen der Isis-Kult und der erste Schöpfungsmythos, der von einer Erschaffung der Welt durch die Kraft des Wortes berichtet. In der Memphis-Theologie begegnet uns dabei Ptah, einer der bedeutendsten Schöpfergötter des Alten Ägypten. Als Hauptgott in Memphis — unweit der großen Pyramidenfelder von Sakkara — ist er zugleich Schutzpatron des Handwerks, der Kunst und aller Baumeisterinnen und Baumeister.

  • 27°/76° Patriarch der Isis
  • 28°/81° Patriarch von Memphis

Patriarch der Isis und von Memphis


Arcana Arcanorum

9. Kombinationsarbeit in Memphis-Misraim

Der Eintritt in den universellen Orden der Freiheit und des Friedens markiert den Abschluss unseres Lehrsystems. Diese Arbeit umfasst eine tiefe initiatische Erfahrung aus Platonismus, Kabbala und antiker Kosmologie, verbunden mit einer Original-Meditation aus Nag Hammadi (Oberägypten, 2./3. Jahrhundert). Sie gipfelt in einer Berufung zum unbedingten Einsatz für Frieden und Freiheit für alle Wesen. Worte können hier nicht mehr gesucht oder gefunden werden.

  • 29°/87°-89° Prinz der Maurerei, Erwählter des Heiligen Gerichtshofes, Patriarch der Mystischen Stadt (Die Grade 87 und 88 fehlen im reduzierten System.)
  • 30°/90° Meister des Großen Werks

Arcana Arcanorum


Der Initiationsweg auf einem Blick

Lehrsystem des Memphis-Misraim Ritus


Großtribunal

1. Weihe in der Ordensleitung

Schlichtet besonders auch innere Konflikte.

  • 31°/91° Großer Verteidiger des Ordens

Großer Mystischer Tempel

2. Weihe in der Ordensleitung

Wacht über die Konstitution und auf das Gleichgewicht von Autorität und Weisheit.

  • 32°/94° Prinz von Memphis

Souveränes Sanktuarium

3. und höchste Weihe in der Ordensleitung

Bewahrung und Fortschreiben der Lehre durch Weitergabe des Lichtes der Mysterien an die kommenden Generationen.

  • 33°/95° Patriarch Groß-Konservator (Es findet eine feierliche Vereidigung stett im Gedenken an die Märtyrer des Denkens und der Freiheit, ganz im Sinne des Credos unseres Ritus: Friede den Menschen! Friede allen Wesen! Und: Einweihung ist kein Vorrecht, sondern Vermächtnis.)

Weihe zum Bischof des Tempels

Der 66. Grad des Groß-Konsekrators nimmt in Memphis-Misraim eine besondere Stellung ein. Es geht in diesem Grad um Heilung und Weihe.

In vielen Traditionslinien wird dieser Grad nahezu immer übersprungen, da er eine episkopale Weihe in einer Kirche voraussetzt. Er ist hierdurch extrem selten, obwohl er so wichtig ist.

In einigen Systemen wird er dagegen einfach erteilt (bspw. im reduzierten System als 22. Grad; in der Regel lediglich per Kommunikation). Selbst bei einer Bearbeitung im Ritual fehlt es so jedoch an Tiefe, da diese aktuell durch die bischöfliche Weihe außerhalb von Memphis-Misraim entsteht.

Daher haben wir beschlossen, all dies innerhalb von Memphis-Misraim durchzuführen, indem wir Elemente der Gnostik in passende Stellen des Ritus integrieren. Hierdurch wird das System vor allem auch inklusiver. Denn so ist diese tiefe Initiationserfahrung endlich auch problemlos für Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens möglich und für all jene Christen, denen eine Bischofsweihe nicht so einfach möglich ist (was den Großteil ausmacht) — um nur einige Personengruppen zu nennen. Denn durch die Verlegung des Geschehens innerhalb des Ritus kann es symbolisch gedeutet werden, was bei einer Weihe innerhalb einer Kirche natürlich nicht gegeben ist.

Die Weihe zum Bischof des Tempels / Groß-Konsekrator (22°/66°) wird in den Graden Ritter vom Rosenkreuz (11°/18°) und Ritter des Tempels (13°/20°) vorbereitet. Diese enthalten in unserem Lehrsystem eine versteckte Diakonenweihe in 11°/18°, eine Priesterweihe in 13°/20° und schließlich die Weihe zum Bischof der Gnostik in 22°/66°. Hierdurch entfällt die Bischofsweihe außerhalb von Memphis-Misraim als Voraussetzung für 22°/66°.

Die Elemente der Gnostik lassen sich hierbei ideal in den Ritus integrieren, da sie bereits Teil der Legenden um den Orden des Tempels sind. Die Einführung und Legitimation dieser Arbeitsweise erfolgte durch zwei Gründungsmitglieder unserer Loge, ihrerseits geweihte Bischöfe der Ecclesia Gnostica Apostolica in der Sukzession von Br. Robert Ambelain.


Weitere Sukzessionslinien

Neben der Gnostik liegen in unserem Ritus direkte Sukzessionslinien der Rose+Croix d'Orient und des Kaschmirischen Shivaismus. Hierdurch verleihen wir den symbolischen Einweihungen in unserer Loge eine besondere Tiefe.




Unsere Überzeugung

Unsere Loge zelebriert die vereinigten Riten der Ägyptischen Freimaurereien. Wir verbinden sie dabei mit Erkenntnissen aus der neueren Ägyptologie und der Mysterienforschung (bspw. die Einsichten von Jan Assmann und Inhalten aus den Nag Hammadi Papyri). Dies erleichtert den Zugriff auf Teile der Symbolik, vertieft gleichzeitig das Erlebnis und bewirkt obendrein eine wirkliche histosiche Verankerung. Unterstützt wird dies durch die Integration echter Sukzessionslinien der Gnostik, der Rose+Croix d'Orient und des Kaschmirischen Shivanismus in unseren Ritus. Bei all dem achten wir auf die Bewahrung vieler, usrpünglicher Kernelemente, die in anderen Traditionslinien teils verlorengegangen sind.

Wir arbeiten in einem völlig demokratischen Ansatz ohne Hierophanie auf Lebenszeit.

Die Werte der Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit sind für all unsere Arbeiten zentral und wesentlich.

Bijou der Loge Pyramidion, Ölgemädlde




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Weitere Informationen

Auch A.F.u.A.M.v.D. und der Schottische Ritus enthalten wesentliche Elemente Ägyptischer Systeme. Eine detaillierte Übersicht zur Entstehung und Symbolgeschichte Ägyptischer Systeme der Freimaurerei ist hier zu finden, inkl. der philosophischen Grundlagen und einer Einführung in die ägyptische Mythologie:


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